Datum der Veranstaltung: 
Donnerstag, 14. November 2019 - 19:00

Der Gestaltungsbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken ist ein wichtiges Instrument zur Stärkung der Baukultur in Saarbrücken. Seit 2014 beraten jeweils drei fachkundige Gestaltungsbeiräte Bauherrschaft und die planenden Architekt*innen bei Bauvorhaben, die das Stadtbild wesentlich prägen. Insbesondere wenn Fragen des Einfügens in die vorhandene Baustruktur (§ 34 BauGB) betroffen sind, wenn erhebliche Befreiungen von dem geltenden Bebauungsplan erforderlich werden oder bei großen Vorhaben, die einen Bebauungsplan erforderlich machen, werden die Projekte vorgestellt und nach einer Ortsbesichtigung diskutiert. Ebenfalls vertreten im Gestaltungsbeirat sind die baupolitischen Sprecher*innen der Fraktionen des Stadtrats, der Baudezernent und Vertreter*innen der Verwaltung. Die Geschäftsführung liegt beim Stadtplanungsamt.

Die ersten Beiräte Architekt Bauer aus Luxemburg, Architekt Ferdinand Heide aus Frankfurt und Prof. Jens Wittfoht aus Stuttgart sind nach einer 4-jährigen Beiratstätigkeit im Sommer 2018 turnusmäßig ausgeschieden. Seit 2018 bilden Frau Dipl-Ing. Ursula Witry aus Echternach, Herr Prof. Heribert Gies aus Mainz und Herr Prof. Johannes Kister aus Köln/Leipzig den Gestaltungsbeirat.

Die Gestaltungsbeiräte werden sich je mit einem Vortrag der Öffentlichkeit vorstellen
am 14.11. ab 19 Uhr im Entrez! am Eurobahnhof, Europaalle 20 in Saarbrücken.

Sie sind herzlich zum Vortrag und der anschließenden Diskussion eingeladen!

1 Punkt gemäß AKS-Fortbildungsordnung

Dipl. Ing. Ursula Witry
Vor rund 40 Jahren hat Ursula Witry nach Abschluss ihres Architekturstudiums (1972-1979) an der Gesamthochschule Kassel mit Ihrem Partner René Witry das Büro Witry & Witry (1980) in Echternach gegründet. Heute zählt das Büro 30 Mitarbeiter und ist erfolgreich in den Bereichen Architektur und Städtebau in Luxemburg und Großregion tätig.

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen vor allem in der Planung von öffentlichen Gebäuden wie Schulen und Kindertagesstätten. Aber auch dem Thema Wohnen kommt durch vielfältige Wohnprojekte - von Einfamilienhäusern über größere Wohnungsbauprojekte bis hin zu Altenwohnen und Wohngemeinschaften für Senioren - eine große Bedeutung zu. Viele Projekte konnten durch internationale Wettbewerbe gewonnen werden.

Im Hinblick auf die wachsende Notwendigkeit von Ressourceneinsparung und erneuerbaren Energien, sieht Witry & Witry seine Verantwortung stets in der stetigen Weiterentwicklung von neuen Konzepten und Strategien für eine nachhaltige und zukunftsfähige Architektur und Stadtplanung. Oberstes Ziel von Witry & Witry ist und bleibt die Realisierung einer gebauten Umwelt, die sich an den Bedürfnissen des Menschen orientiert.

Ursula Witry lehrte von 2008 bis 2012 als Vertretungsprofessorin für Architektur an der HTW Saarbrücken. Seit 2017 ist sie Mitglied des Gestaltungsbeirats der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Prof. Heribert Gies
Heribert Gies studierte zwischen 1978 und 1981 an der TH Darmstadt und von 1981 bis 1985 an der ETH Zürich. Nach der Mitarbeit u.a. im Atelier 5 in Bern gründete er 1989 sein eigenes Büro in Zürich und 1995 einen weiteren Bürostandort in Mainz. Für das Wohn- und Bürogebäude in Mainz wird er 2018 mit dem Staatspreis für Architektur und Wohnungsbau Rheinland Pfalz ausgezeichnet.

Parallel zu seiner praktischen Arbeit unterrichtete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich und an der Ingenieurschule in Luzern. Seit 1996 ist er Professor an der FH Frankfurt für Entwerfen und Baukonstruktion. 1999 lehrte er als Gastprofessor für Entwerfen an der Rhode Island School of Design in Providence, USA.

Seit 1995 ist Heribert Gies Mitglied im BDA Rheinland Pfalz. Von 2007 bis 2013 war er 1. Vorsitzender und im BDA Bundesvorstand in Berlin aktiv. 2011 war er Mitglied in der BDA Arbeitsgruppe Gestaltungsbeirat, die die BDA Publikation „Gestaltungsbeiräte - Mehr Kommunikation mehr Baukultur“ realisierte. Von 1997 bis 2003 war er Mitglied im Städtebaubeirat der Stadt Mainz. Seit 2018 ist er Gestaltungsbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken.

Prof. Johannes Kister
Johannes Kister studierte 1976 bis 1982 Architektur an der RWTH Aachen bei Prof. Gottfried Böhm. Nach Mitarbeit in verschiedenen Büros gründete er 1988 die Architektengemeinschaft Kölner Bucht. 1992 erfolgte die Gründung des eigenen Büros Kister Scheithauer & Partner, das seit 1997 als kister scheithauer gross (ksg) firmiert. Mit Niederlassungen in Köln und Leipzig realisiert ksg Großprojekte aus den Bereichen Wohnen, Büro, Forschung, Kultur und Transformation, von der Masterplanung bis hin zum Interior Design. ksg steht seit über 25 Jahren für den intensiven Dialog von Ort und Typologie. Aus diesem übergeordneten Kontext werden aus abstrakten Visionen konkrete Bauskulpturen realisiert.

Seit 1994 ist Johannes Kister Professor für Entwerfen und Baukonstruktion an der Hochschule Anhalt am Bauhaus Dessau; dort war er von 2006 bis 2009 Dekan des Fachbereichs Architektur.

Seit der 38. Auflage bearbeitet er im Auftrag der Neufert-Stiftung die „Bauentwurfslehre", die mittlerweile in der 42. Auflage vorliegt. Er wirkte als Beirat des Deutschen Architekturmuseums DAM Frankfurt am Main. Seit 2012 ist er Mitglied der Fördergesellschaft Deutsches Institut für Stadtbaukunst. 2016 wurde er in die Arbeitsgruppe „Standards im Bauwesen“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit berufen und Mitglied des Gestaltungsbeirats der Stadt Stuttgart. 2018 folgte die Mitgliedschaft im Gestaltungsbeirats der Stadt Saarbrücken.

Text: Stadtplanungsamt Saarbrücken